Die Fußball WM politisch gesehen

Was ist eigentlich die FIFA?

Die FIFA ist der Weltfußballverband. Er wurde vor etwas mehr als 100 Jahren gegründet, am 21. Mai 1904. Und zwar in der französischen Hauptstadt Paris, deshalb sind die vier Buchstaben FIFA die Abkürzung für die französische Übersetzung des Wortes ‚Weltfußballverband’: Fédération Internationale de Football Association.

Die FIFA ist eigentlich ein Verein und im Handelsregister in Zürich eingetragen. Ihr Vereinszweck: den Fußball fortlaufend verbessern und dabei darauf achten, dass die Menschen, die ihn spielen, friedlich miteinander umgehen. 207 nationale Verbände sind in ihr organisiert, die FIFA hat mehr Mitglieder als die UNO. Weil die FIFA als Verein registriert ist, muss sie nicht so hohe Steuern zahlen wie andere Unternehmen ihrer Größe. Angesichts der enormen Gewinne, die die FIFA mit den Weltmeisterschaften erzielt, ist das ein unschätzbarer Vorteil.

Seit 1930 veranstaltet die FIFA Fußball-Weltmeisterschaften. Die erste fand in Uruguay statt, einem kleinen Land in Südamerika. Die FIFA ist Haupteigentümer der Fußball-WM: Sie besitzt sozusagen das Monopol an ihr und vergibt alle vier Jahre an ein Land das Recht, die WM auszutragen. Seit den 80er Jahren vermarktet die FIFA die Fußball-WM systematisch. Das heißt: Für unvorstellbar hohe Geldsummen verkauft sie die Fernsehübertragungsrechte an TV-Sender und die Rechte und Lizenzen, mit der WM zu werben, an internationale Großunternehmen wie Coca Cola oder Adidas. Jedes Land, das die WM austragen darf, muss der FIFA etliche Vorteile gewähren wie zum Beispiel Steuererleichterungen. Man schätzt, dass die WM 2006 in Deutschland etwa zwei Milliarden Euro in die Kassen der FIFA spülen wird.

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist die Haupteinnahmequelle der FIFA. 95 Prozent ihrer Erträge erzielt sie mit dieser Veranstaltung. Davon gibt sie einen Großteil an den Fußball zurück. Jeder nationale Verband, und sei er auch noch so klein wie beispielsweise Palästina oder Tahiti, bekommt 250.000 US-Dollar pro Jahr. Außerdem finanziert die FIFA viele Entwicklungsprogramme in armen Ländern wie zum Beispiel den Bau von Trainingszentren und Fußballplätzen. Einziges Problem: die FIFA kontrolliert zu wenig, ob das Geld auch wirklich dort ankommt, wo es benötigt wird.

Autor: Wolf-Sören Treusch
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