England, das Mutterland des Fußballs, lud ein zur EM 1996. Und wieder gab es zunächst einige Änderungen: Nun sollten gleich 16 Mannschaften an der Endrunde teilnehmen. Sie wurden in 4 Gruppen eingeteilt. Es folgte ein Viertelfinale 8 Mannschaften. Die beiden Besten einer jeden Gruppe sollten also weiterkommen.
Auch die Dreipunkte-Regel wurde eingeführt: Fortan gab es pro Sieg drei Punkte, für ein Unentschieden weiterhin nur einen. So kennst du das ja heute noch aus der Bundesliga, oder?
Eine ganz besondere Regelung betraf zudem das Spiel in der Verlängerung: Ein Tor in der Verlängerung beendet sofort das Spiel. Die Mannschaft, die das Tor erzielt, ist der Gewinner der Partie. Man nannte diese Regelung "Golden Goal", das goldene Tor. Es wurde 2002 wieder abgeschafft
Teilnehmer der Endrunde in England
Bulgarien, Dänemark, Dänemark, England, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Portugal, Rumänien, Russland, Schottland, Schweiz, Spanien, Tschechien, Türkei
Die Gruppenspiele
Gruppe A
England - Schweiz 1:1 (8. Juni 1996 in London)
Niederlande - Schottland 0:0 (10. Juni 1996 in Birmingham)
Schweiz - Niederlande 0:2 (13. Juni 1996 in Birmingham)
Schottland - England 0:2 (15. Juni 1996 in London)
Schottland - Schweiz 1:0 (18. Juni 1996 in Birmingham)
Niederlande - England 1:4 (18. Juni 1996 in London)
Tabelle:
| Mannschaft | Tore | Punkte |
| 1. England | 7:2 | 7 |
| 2. Niederlande | 3:4 | 4 |
| 3. Schottland | 1:2 | 4 |
| 4. Schweiz | 1:4 | 1 |
Gruppe B
Spanien - Bulgarien 1:1 (9. Juni 1996 in Leeds)
Rumänien - Frankreich 0:1 (10. Juni 1996 in Newcastle)
Bulgarien - Rumänien 1:0 (13. Juni 1996 in Newcastle)
Frankreich - Spanien 1:1 (15. Juni 1996 in Leeds)
Frankreich - Bulgarien 3:1 (18. Juni 1996 in Newcastle)
Rumänien - Spanien 1:2 (18. Juni 1996 in Leeds)
Tabelle:
| Mannschaft | Tore | Punkte |
| 1. Frankreich | 5:2 | 7 |
| 2. Spanien | 4:3 | 5 |
| 3. Bulgarien | 3:4 | 4 |
| 4. Rumänien | 1:4 | 0 |
Gruppe C
Deutschland - Tschechien 2:0 (9. Juni 1996 in Manchester)
Tore: 1:0 Ziege (26.), 2:0 Möller (32.)
Italien - Russland 2:1 (11. Juni 1996 in Liverpool)
Tschechien - Italien 2:1 (14. Juni 1996 in Liverpool)
Russland - Deutschland 0:3 (16. Juni 1996 in Manchester)
Tore: 0:1 Sammer (56.), 0:2 Klinsmann (77.), 0:3 Klinsmann (90.)
Russland - Tschechien 3:3 (19. Juni 1996 in Liverpool)
Italien - Deutschland 0:0 (19. Juni 1996 in Manchester)
Tabelle:
| Mannschaft | Tore | Punkte |
| 1. Deutschland | 5:0 | 7 |
| 2. Tschechien | 5:6 | 4 |
| 3. Italien | 3:3 | 4 |
| 4. Russland | 4:8 | 1 |
Gruppe D
Dänemark - Portugal 1:1 (9. Juni 1996 in Sheffield)
Türkei - Kroatien 0:1 (11. Juni 1996 in Nottingham)
Portugal - Türkei 1:0 (14. Juni 1996 in Nottingham)
Kroatien - Dänemark 3:0 (16. Juni 1996 in Sheffield)
Kroatien - Portugal 0:3 (19. Juni 1996 in Sheffield)
Türkei - Dänemark 0:3 (19. Juni 1996 in Nottingham)
Tabelle:
| Mannschaft | Tore | Punkte |
| 1. Portugal | 5:1 | 7 |
| 2. Kroatien | 4:3 | 6 |
| 3. Dänemark | 4:4 | 4 |
| 4. Türkei | 0:5 | 0 |
Viertelfinale
Spanien - England 2:4 nach Elfmeterschießen (22. Juni 1996 in London)
Frankreich - Niederlande 5:4 nach Elfmeterschießen (22. Juni 1996 in Liverpool)
Deutschland - Kroatien 2:1 (23. Juni 1996 in Manchester)
Tore: 1:0 Klinsmann (21., Elfmeter), 1:1 Suker (51.), 2:1 Sammer (59.)
Tschechien - Portugal 1:0 (23. Juni 1996 in Birmingham)
Halbfinale
Frankreich - Tschechien 5:6 nach Elfmeterschießen (26. Juni 1996 in Manchester)
alle Tore fielen im Elfmeterschießen; Pedros verschießt
Deutschland - England 7:6 nach Elfmeterschießen (26. Juni 1996 in London)
Tore: 0:1 Shearer (3.), 1:1 Kuntz (16.)
Southgate verschießt im Elfmeterschießen
Finale
Tschechien - Deutschland 1:2 nach Verlängerung / Golden Goal (30. Juni 1996 in London)
1:0 Berger (59., Elfmeter), 1:1 Bierhoff (73.), 1:2 Bierhoff (95., Golden Goal)
Geschichten zur EM
Bierhoff schießt das erste Golden Goal
Im Endspiel entschied zum ersten Mal ein Golden Goal über Gewinner und Verlierer eines großen Turniers der Herren. Der Torschütze war Oliver Bierhoff. Er spielte erst recht spät, mit 27 Jahren, zum ersten Mal für die Nationalmannschaft. In der Bundesliga konnte er sich zuvor nicht richtig durchsetzen. Er ging nach Italien und wurde dort zu einem gefürchteten Stürmer. Manch einer sprach ihm noch später ab, gut Fußball spielen zu können. Der spätere Teamchef Rudi Völler beispielsweise sagte über Bierhoff: "Wenn du zum Beispiel einen Spielertypen wie Oliver Bierhoff im Team hast, kannst du eben auch nicht brasilianisch spielen. Brasilianische Spielweise einfordern mit Füßen aus Malta, das geht eben nicht." (Das kleine Land Malta konnte sich noch nie für ein internationales Turnier qualifizieren.)







