Im April 1979 ging es wieder los: Die Qualifikation für die Europameisterschaft 1980 hatte begonnen. Von diesem Jahr an konnten sich 8 statt bislang 4 Mannschaften für die Endrunde qualifizieren.
Außerdem wurde von nun an das Land, in dem die EM ausgetragen werden sollte, vor der Qualifikation festgelegt. Die Mannschaft dieses Landes musste dann nicht an der Qualifikation teilnehmen, sondern war automatisch mit bei der Europameisterschaft dabei.
Innerhalb von 12 Tagen traten in zwei Gruppen jeweils 4 Mannschaften gegeneinander an. Der Erste jeder Gruppe kam direkt ins Endspiel.
Teilnehmer der Endrunde in Italien
Belgien, BRD, England, Griechenland, Italien, Niederlande, Spanien, Tschechoslowakei
Die Gruppenspiele
Gruppe 1
Tschechoslowakei - BRD 0:1 (11. Juni 1980 in Rom)
Tor: 0:1 K.-H. Rummenigge (55.)
Niederlande - Griechenland 1:0 (11. Juni 1980 in Neapel)
BRD - Niederlande 3:2 (14. Juni 1980 in Neapel)
Tore: 1:0 K. Allofs (20.), 2:0 K. Allofs (60.), 3:0 K. Allofs (66.), 3:1 Rep (80., Elfmeter), 3:2 W. van de Kerkhof (86.)
Griechenland - Tschechoslowakei 1:3 (14. Juni 1980 in Rom)
Niederlande - Tschechoslowakei 1:1 (17. Juni 1980 in Neapel)
Griechenland - BRD 0:0 (17. Juni 1980 in Turin)
Tabelle:
| Mannschaft | Tore | Punkte |
| 1. BRD | 4:2 | 5:1 |
| 2. Tschechoslowakei | 4:3 | 3:3 |
| 3. Niederlande | 4:4 | 3:3 |
| 4. Griechenland | 1:4 | 1:5 |
(Achtung: Damals gab es für einen Sieg 2 Punkte, für ein Unentschieden einen Plus- und einen Minuspunkt, für eine Niederlage 2 Minuspunkte. 5:1 Punkte bedeutet also, dass eine Mannschaft 5 Pluspunkte und einen Minuspunkt hatte.)
Gruppe 2
Spanien - Italien 0:0 (12. Juni 1980 in Mailand)
Belgien - England 1:1 (12. Juni 1980 in Turin)
Belgien - Spanien 2:1 (15. Juni 1980 in Mailand)
England - Italien 0:1 (15. Juni 1980 in Turin)
Spanien - England 2:1 (18. Juni 1980 in Neapel)
Italien - Belgien 0:0 (18. Juni 1980 in Rom)
Tabelle:
| Mannschaft | Tore | Punkte |
| 1. Belgien | 3:2 | 4:2 |
| 2. Italien | 1:0 | 4:2 |
| 3. England | 3:3 | 3:3 |
| 4. Spanien | 2:4 | 1:5 |
Kleines Finale: Spiel um Platz 3
Tschechoslowakei - Italien 10:9 nach Elfmeterschießen (21. Juni 1980 in Neapel)
Tore: 1:0 Jurkemik (54.), 1:1 Graziani (73.)
Finale
Belgien - BRD 1:2 (22. Juni 1980 in Rom)
Tore: 0:1 Hrubesch (10.), 1:1 Vandereycken (72., Elfmeter), 1:2 Hrubesch (89.)
Geschichten zur EM
DDR scheitert unglücklich in der Qualifikation
Die Chancen standen nicht schlecht, sich endlich auch einmal für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Nach guten Resultaten gegen Island, die Schweiz und Polen kam es am letzten Spieltag zum entscheidenden Duell gegen die Niederlande. Ein Sieg - und die DDR hätte es geschafft. Und alles sah nach einem Sieg aus: Nach 33 Minuten stand es bereits 2:0 für die DDR. Doch dann spielten die Holländer immer stärker auf und schafften tatsächlich noch drei Tore.
Ein Ungeheuer im Sturm
Er kam 1975 aus dem Amateurbereich direkt in die Bundesliga zu Rot-Weiss Essen. Seine spielerischen Mittel schienen recht beschränkt - groß und ungelenk wirkte er. Trotzdem erzielte er 38 Treffer in seinen 48 Bundesliga-Spielen. Mit Essen stieg er 1977 in die 2. Liga ab und wurde dort mit 41 Toren Torschützenkönig. Seine Spezialität: Kraftvolle Kopfbälle. Daher nannte man ihn auch das "Kopfballungeheuer".
Auch wenn sich seine Technik in den Folgejahren deutlich verbesserte, blieb er auch bei seinem nächsten Verein, dem Hamburger SV, das "Ungeheuer". Kurz vor der EM machte er sein erstes Spiel für die Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Pöbeleien gegen die eigene Mannschaft
In Italien gab es kurz vor Beginn der EM einen Skandal. Bekannte Spieler hatten an Wetten teilgenommen und absichtlich Spiele verloren gegeben. Das hatte zur Folge, dass die eigenen Fans bei der EM ihre früher so geliebten Stars anpöbelten. Viele zeigten ihre Enttäuschung dadurch, dass sie nicht in die Stadien gingen. Statt 50.000 Zuschauer besuchten zum Teil nur knapp 10.000 die Spiele. Und so verlor Italien mit der Europameisterschaft viel Geld.







