Von nun an hieß der Wettbewerb "Fußball-Europameisterschaft" - und auch die Bundesrepublik Deutschland raffte sich auf und meldete sich an. Beide deutsche Mannschaften, BRD und DDR, schieden jedoch in der Qualifikation aus. Die DDR gewann zwar alle Heimspiele, doch das reichte nicht aus. Die BRD hätte mit einem Sieg über das kleine Land Albanien zumindest das Viertelfinale erreichen können. Doch es gab nur ein recht schwaches 0:0.
Für die Endrunde, die in Italien stattfinden sollte, konnten sich vier Mannschaften qualifizieren. Dafür gab es zunächst eine so genannte Gruppenphase. 31 gemeldete Mannschaften wurden in 8 Gruppen eingeteilt, so dass lediglich eine Gruppe nur drei Mannschaften enthielt. Nur der Erste erreichte das Viertelfinale.
Im Viertelfinale gab es dann jeweils ein Hin- und ein Rückspiel zwischen zwei Nationen. Die Sieger dieses Vergleichs erreichten das Halbfinale und damit die Endrunde in Italien.
Teilnehmer der Endrunde in Italien
England, Italien, Jugoslawien, Sowjetunion
Halbfinale
Jugoslawien - England 1:0 (5. Juni 1968 in Florenz)
Tore: 1:0 Džaji? (86.)
Italien - Sowjetunion 0:0 nach Verlängerung (5. Juni 1968 in Neapel)
Tore: -
(Italien nach Münzwurf weiter.)
Kleines Finale: Spiel um Platz 3
England - Sowjetunion 2:0 (8. Juni 1968 in Rom)
Tore: 1:0 Charlton (40.), 2:0 Hurst (63.)
Finale
Italien - Jugoslawien 1:1 nach Verlängerung (8. Juni 1968 in Rom)
Tore: 0:1 Dzajic (40.), 1:1 Domenghini (78.)
Finale, Wiederholungsspiel
Italien - Jugoslawien 2:0 (10. Juni 1968 in Rom)
Tore: 1:0 Riva (13.), 2:0 Anastasi (33.)
Geschichten zur EM
Der Münzwurf von Neapel
1968 gab es noch kein Elfmeterschießen. Stand es nach 90 Minuten Unentschieden, gab es eine Verlängerung. Brachte diese Verlängerung keine Entscheidung, musste der Schiedsrichter eine Münze werfen. Diese Situation trat am 5. Juni 1968 in Neapel beim Spiel zwischen Italien und der Sowjetunion ein. Es wollte einfach kein Tor fallen, weder in der normalen Spielzeit noch in der Verlängerung. Und so musste der deutsche Schiedsrichter Kurt Tschenscher die Münze zur Hilfe nehmen. Italien hatte Glück und kam in die nächste Runde.
Diese Regel schien vielen ungerecht. Einige Jahre später entschied sich der Deutsche Fußball Bund (DFB) zur Einführung des Elfmeterschießens. Dieses wurde dann auch für Welt- und Europameisterschaften übernommen.
Wiederholungsspiel nach umstrittener Schiri-Leistung
Über den Europameister freilich sollte schon 1968 nicht per Münzwurf entschieden werden. Hier sollte ein Wiederholungsspiel die Entscheidung bringen.
Dass es dazu kam, lag nach Meinung vieler Experten auch daran, dass der Schiedsrichter im ersten Spiel ein Tor der Italiener anerkannte, welches nicht den Regeln entsprach. Der Italiener Angelo Domenghini erzielte ein Freistoßtor, während der Schiri, Gottfried Dienst, noch die Mauer der Jugoslawen richtig stellen wollte. Der Ball war noch nicht freigegeben und das Tor hätte nicht zählen dürfen.
Rekordhalter Dino Zoff
Der italienische Torhüter Dino Zoff stand 1968 bei dem neuen Europameister Italien im Tor - es war sein erster Titel mit der Nationalelf. 14 Jahre später, als 40-Jähriger, gewann er mit Italien die Fußball-Weltmeisterschaft. Bis heute ist er der älteste Spieler, der jemals Weltmeister wurde.







